Der gute Vorsatz für 2019: Weniger mit dem Auto fahren

Ein neues Jahr hat begonnen. Die beste Zeit, gute Vorsätze zu fassen. Weniger Rauchen, weniger Süßigkeiten, mehr Sport: Das sind die üblichen Verdächtigen. Die meisten von uns verfügen über langjährige Erfahrung darin, wie die Vorsätze bis spätestens Ende Januar wieder in Schall und Rauch aufgegangen sind.

Doch wie wäre es mit dem Vorsatz, weniger mit dem Auto zu fahren?

Bestandsaufnahme

Ich habe das große Glück, mit meiner Familie in einer großen Stadt zu wohnen, die uns allerlei an Infrastruktur bietet: Von den binnen weniger Minuten erreichbaren Haltestellen des ÖPNV (Busse und Straßenbahnen) mit sensationellen Anbindungen an die Innenstadt, über die fußläufig erreichbaren und Einkaufsmöglichkeiten zu den ebenso gut erreichbaren Ärzten, Apotheken und vielem mehr.

Im Grunde genommen habe ich nur selten einen Anlass, dass Auto zu benutzen.

Das Auto wirkt im Alltag unverzichtbar

Jedoch ist mein Arbeitsplatz in der Nachbarstadt. Das alleine ist noch kein Grund, das Auto zu nutzen — denn bevor wir Nachwuchs hatten, legte ich diese Strecke auch mit dem Rad zurück. Irgendwann bekamen wir einen Kita-Platz in der Betriebskita meines Arbeitgebers. Ein echter Segen.

Meine Fahrräder sind allerdings nicht auf den Kindertransport ausgelegt. Fahrradanhänger mag ich persönlich nicht. Dazu hat mein Abeitsweg über die „Schiersteiner Brücke“ noch die eine oder andere Besonderheit, die die Verwendung eines Anhängers sehr erschwert.

Also habe ich mich in der Individualverkehrsevolution zurück entwickelt und bin auf das Auto umgestiegen.

Autofahren in einem Ballungsgebiet — eine Katastrophe mit vielen Facetten

Das Stichwort „Schiersteiner Brücke“ ist schon gefallen. Der morgendliche Stau dort alleine verdirbt einem schon den Spaß. Selbst bei vergleichsweise wenig Verkehr, z. B. zu Ferienzeiten, brauche ich mindestens genau so lange, wie mit dem Fahrrad. In der Regel ist die Fahrzeit etwa 50% länger. Dabei hat man immer im Hinterkopf: Man steht nicht im Stau, man ist der Stau. Man ist Teil des Problems, obwohl man zuvor Teil der Lösung war.

Außerdem muss man wieder Geld für Benzin ausgeben. Und wirklich sparsam ist unser Auto im Stop-and-Go-Verkehr nicht. Im Vergleich zum Radfahren ein ökologischer und ökonomischer Albtraum.

Dazu kommt der erhöhte Verschleiß und das unglückliche Kind auf der Rückbank, welches davon genervt ist, sich so lange durch die Gurte nicht vernünftig bewegen zu können.

Für was wird das Auto verwendet? Eine Bestandsaufnahme

Wir haben „nur“ ein Auto. Meine Frau fährt seit vielen Jahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit, so dass wir schon vor über 10 Jahren den „Zweitwagen“ abgeschafft haben. Dies haben wir nicht eine Sekunde bereut.

Der Weg zur Arbeit ist sicherlich nun das bestimmende Thema, inklusive des Kindertransports. Außerdem werden viele der Einkäufe (Vorratseinkäufe, sperrige Einkäufe) mit dem Auto erledigt. Dazu kommen Ausflüge und Besuche (z. B. bei der Verwandtschaft). In den Urlaub mit dem Auto? Solange wir zu zweit waren, sind wir nie mit dem Auto in den Urlaub gefahren. Nun könnte sich das ändern. Setzen wir also fairerweise Urlaubsreisen auf die Liste.

Ist das (eigene) Auto mit allen seinen Problemen wirklich so alternativlos? Das kann nicht sein. Ich muss umdenken.


Fortsetzung: Es wird Zeit für ein Lastenrad


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