#MdRzA 2016 – eine persönliche Zusammenfassung und Auswertung

In diesem Jahr habe ich erstmals an der Aktion »Mit dem Rad zur Arbeit« teilgenommen. Eine Zusammenfassung mit lustigen Zahlenspielen.

Die nackten Zahlen

Die Fakten zu meinen werktäglichen Pendelweg:

Größe Wert
🚴 Durchschnittliche Strecke (Hin- und Rückweg, mit dem Fahrrad) 24,5 km
⛰ Anstieg Hinweg (gemittelt über Messungen des Fahrradcomputers) 53 m
⛰ Anstieg Rückweg (ebenso gemittelt) 105 m

Im Aktionszeitraum vom 01. Mai bis zum 31. August habe ich an 62 Arbeitstagen das Fahrrad für den Weg zur Arbeit und wieder zurück verwendet, an einem weiteren Tag nur für den Hinweg. So wurden 1.531,3 km zurückgelegt und 9.849 Höhenmeter erklommen. Zum Vergleich: Der Mount Everest ist »nur« 8.848 m hoch.

Der Aktionszeitraum umfasste 86 Arbeitstage (123 Kalendertage, davon 35 Sams- und Sonntage, 2 Feiertage): Somit habe ich an 73,3% aller Arbeitstage das Fahrrad zum Pendeln verwendet. Natürlich hatte ich im Aktionszeitraum auch Urlaub – wie viel, wird an dieser Stelle nicht verraten 😎

In einem früheren Artikel auf juergen.rocks habe ich vor einiger Zeit berechnet, wie viel CO₂-Ausstoß ich durch die Verwendung des Rades pro Arbeitstag vermeide. Ein guter Zeitpunkt, diese Ersparnis für den gesamten MdRzA-Zeitraum zu errechnen:

Verbrauch KFZ im Stadtverkehr: 11,4 l Superbenzin pro 100 km = 0,114 l pro km
1.531,3 km × 0,114 l/km = 174,5454 l

Jeder Liter Superbenzin wird in 2,32 kg CO₂ umgewandelt. Hätte ich also die Strecke von 1.531,3 km mit dem Auto zurückgelegt, wäre also die schier unglaubliche Menge von 404,95 kg CO₂ freigesetzt worden. Ebenso unglaublich ist die Menge an Geld, die ich durch das Nicht-Tanken eingespart habe: Bei einem Durchschnittspreis von 1,359 EUR pro Liter kommt man auf 237,21 EUR.

Die Aktion »Mit dem Rad zur Arbeit«

Jährlich veranstalten die AOK und der ADFC diese Aktion, die die Attraktivität des Pendelns mit dem Fahrrad beweisen soll. In diesem Jahr begann der Aktionszeitraum erstmals schon im Mai.

Angeregt durch den Arbeitgeber

Aufmerksam auf die Aktion wurde ich durch eine Information des Gesundheitsmanagements meines Arbeitgebers. Dort wurde die Aktion beworben, sicherlich auch mit dem Hintergedanken, dass radelnde Mitarbeiter üblicherweise gesunde Mitarbeiter sind. Entsprechend stellt das Unternehmen die notwendige Infrastruktur zur Verfügung: Fahrradstellplätze, Duschen, ein Trockenraum für nasse Handtücher – natürlich auch außerhalb der Aktion.

Virtuelle Teams: Motivation ist alles

Ein nettes Feature an »Mit dem Rad zur Arbeit« ist die Bildung eines virtuellen Teams. So können sich bis zu 4 Radler (in der Regel sind das wohl Kollegen) zusammenschließen und sich so gemeinsam motivieren und Erfahrungen austauschen. In meinem Falle fuhr ich in einem Team mit 2 Kollegen, die – wie ich auch – sowieso regelmäßig auf's Rad setzen. Daher erlebten wir keine Überraschungen: Alle Teammitglieder taten das, was sie auch außerhalb der Aktion tun und fuhren allesamt an mehr als zwei Dritteln der möglichen Arbeitstage mit dem Rad ins Büro. Insgesamt kamen so über 3.600 km zusammen – eine Strecke, die in etwa der Luftliniendistanz von 6 × Hamburg ➡️ München entspricht. Im Schnitt ist also jeder einmal von München nach Hamburg und wieder zurück gefahren. Knapp eine Tonne CO₂ wurde so vermieden.

Meiner Meinung nach steckt in diesen Teams steckt ein enormes Potential, Kollegen »mitzunehmen«, die sonst vielleicht nicht so gerne das Rad benutzen. Vielleicht bleibt der eine oder andere dabei, wenn er die Vorteile für sich entdecken konnte.

Gesponserte Gewinne – Verlosungsteilnahme ab 20 Radeltagen – Rabatte bei der AOK

Sachpreise werden von unterschiedlichen Unternehmen gestiftet und unter allen verlost, die an mindestens 20 Tagen das Fahrrad für den gesamten Arbeitsweg oder für Teilstrecken, kombiniert mit dem öffentlichen Nahverkehr, nutzten. Mitgliedsbeiträge der AOK werden nach eigenen Angaben für die Finanzierung der Preise nicht verwendet. Wie der Betrieb der Web-Plattform finanziert wird, konnte ich nicht genau feststellen – ich habe aber auch nicht nachgefragt.

Zusätzlich gibt es eine Reihe an Preisen, die unter den virtuellen Teams verlost werden. Ich vermute, dass sich hier die Teams »qualifizieren«, in denen mindestens ein Teilnehmer die 20 Tage erradelt hat.

Teilnehmern, die bei der AOK versichert sind und zufällig über den passenden Wahltarif verfügen, winken dazu noch Bonuspunkte, die zu Rabatten führen können. Doch auch die gibt es schon ab 20 Tagen, und es gibt keinen weiteren Bonus für die, die mehr als die 20 Tage radeln.

Fazit

Machen wir uns nichts vor: »Mit dem Rad zur Arbeit« ist in allererster Linie eine nette Möglichkeit für die Veranstalter günstig und ohne große Einschränkungen an Daten potentieller Kunden heranzukommen. Leute, die das Rad für den Arbeitsweg nutzen und sich damit fit halten, sind natürlich gern gesehene Versicherte für die AOK. Der ADFC geht mit der preisreduzierten Jahresmitgliedschaft auf Mitgliederfang.

Für den Aktionsteilnehmer bleibt zunächst nur die Aussicht auf einen der gesponserten Sachpreise – und das gute Gefühl, etwas für die eigene Gesundheit getan zu haben. Doch das dürfte bei vielen nur kurz anhalten: Der Herbst steht vor der Tür, die Tage werden kürzer und kälter und viele werden nun möglicherweise wieder verstärkt auf den PKW setzen.

Doch die, die auch zukünftig beim Rad bleiben, sind die tatsächlichen Gewinner: In der heutigen Verkehrssituation sind sie nicht mehr Teil des Problems – sie sind Teil der Lösung. Gerade in Städten bei Pendelstrecken um die 10 km hat das Auto ausgedient. Das Fahrrad ist wendiger und schneller und belegt bei weitem nicht so viel Verkehrsraum wie ein Auto, von der katastrophalen Umweltbilanz des PKW-Kurzstreckenpendelns mal ganz abgesehen. Jedes Fahrrad (und auch E-Bike), welches ein Auto im Pendelverkehr ersetzt, ist eine Wohltat für die Gesundheit des Fahrers, die Umwelt und die Gesellschaft.

Bleibt nur zu hoffen, dass der Verkehr der Zukunft weiter auf das Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel ausgerichtet wird und immer mehr Menschen das Auto stehen lassen können, ohne, dass es wie ein Verzicht wirkt.

Spaß gemacht hat es allemal – und so bin ich mir sicher, auch im nächsten Jahr wieder mitzumachen.


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